Grüne stellen Dringlichkeitsantrag: 8 syrische Flüchtlinge sollen in Buxtehuder Wohngemeinschaft bleiben

„Der Kreisausschuss fordert die Kreisverwaltung auf, die Umsiedlung einer Gruppe acht syrischer Flüchtlinge aus einer Wohngemeinschaft in Buxtehude in die Stader Sammelunterkunft in die Fröbelschule nicht weiter zu betreiben und den bereits erfolgreichen Integrationsprozess in Buxtehude fortzusetzen und weiter zu unterstützen“, so lautet ein Dringlichkeitsantrag der Grünen Kreistagsfraktion, den Verena Wein-Wilke, Fraktionsvorsitzende der Grünen Kreistagsfraktion, heute (29.05.2016) für den Kreisausschuss gestellt hat.

„Der Kreisausschuss fordert die Kreisverwaltung auf, die Umsiedlung einer Gruppe acht syrischer Flüchtlinge aus einer Wohngemeinschaft in Buxtehude in die Stader Sammelunterkunft in die Fröbelschule nicht weiter zu betreiben und den bereits erfolgreichen Integrationsprozess in Buxtehude fortzusetzen und weiter zu unterstützen“, so lautet ein Dringlichkeitsantrag der Grünen Kreistagsfraktion, den Verena Wein-Wilke, Fraktionsvorsitzende der Grünen Kreistagsfraktion,  heute (29.05.2016) für den Kreisausschuss gestellt hat.

Zwischen Landkreis und der Stadt Buxtehude wurde vereinbart, auch die 8 minderjährigen unbegleiteten syrischen Flüchtlinge einer betreuten Jugendwohn- gruppe aus Buxtehude in der Großunterkunft der Turnhalle Fröbel-Schule unterzubringen. Dadurch sollen Ressourcen eingespart werden. Der Kreisausschuss tagt am 30.05.2016.

„Die jungen Syrer sind in Buxtehude mittlerweile gut angekommen und fühlen sich dort sehr wohl und angenommen“, schreibt Verena Wein-Wilke, die neben Urlich Hemke Fraktionsvorsitzende ist. Die Grüne weiß, dass die Jugendlichen auch schulisch große Fortschritte machen und auf dem besten Weg einer gelungenen Integration sind. „Sie haben nicht nur Freundschaften unter Schülern, sondern auch Kontakte zu deren Familien knüpfen können“, betont Verena Wein-Wilke. Die Grüne Kreistagsfraktion sieht diese Kontakte als besonders wertvoll und wichtig für diese Schüler an. Verena Wein-Wilke: „Es sind die Einzigen, die sie hier haben. Solche Kontakte zu haben, ist gerade für Menschen mit arabischen Wurzeln existenziell“.

Neben dem Antrag haben sich auch Fragen aufgetan, um deren Beantwortung die Grüne Fraktion Landrat Roesberg bittet:

  • wie und nach welchen Kriterien werden Dienstleister zur Betreuung ausgewählt?
  • welche Qualifikation bestehen?
  • wie viele BetreuerInnen verfügen über Erfahrungen und/oder eine Ausbildung im Umgang mit Traumatisierung?
  • und wie und durch wen wird die Umsetzung der Aufgaben kontrolliert?
  • wie sind die Verträge mit B &S abgefasst (Kostensätze, Revisionsmöglichkeiten bei rückgängigen Klientenzahlen?
  • welche Pläne gibt es zur Verlegung der in der Turnhalle in nach oben offenen Kabinen untergebrachten Jugendlichen in Wohnformen, die der Verselbständigung der Jugendlichen dienen (wann, wie)?

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Der Antrag im Wortlaut:

Dringlichkeitsantrag für den Kreisausschuss 30.05.2016
Erweiterung der Tagesordnung um den Tagesordnungspunkt:
Umsiedlung einer syrischen Gruppe unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge von Buxtehude nach Stade - Sachstandsdarstellung und Beschlussfassung

Sehr geehrter Herr Roesberg,


hiermit stelle ich, wie bereits angekündigt im Namen meiner Fraktion
einen Dringlichkeitsantrag auf Erweiterung der Tagesordnung für die Kreisausschusssitzung am 30.05.2016:

aufgenommen werden soll der Tagesordnungspunkt:
Umsiedlung einer syrischen Gruppe unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge von Buxtehude nach Stade - Sachstand und Beschlussfassung


Nach Darstellung des Sachstandes und möglicher Diskussion möge der Kreisausschuss beschließen:

Der Kreisausschuss fordert die Kreisverwaltung auf, die Umsiedlung einer Gruppe acht syrischer Flüchtlinge aus einer Wohngemeinschaft in Buxtehude in die Sammelunterkunft in die Fröbelschule nicht weiter zu betreiben und den bereits erfolgreichen Integrationsprozess in Buxtehude fortzusetzen und weiter zu unterstützen.
Zwischen Landkreis und der Stadt Buxtehude wurde vereinbart, auch die 8 minderjährigen unbegleiteten syrischen Flüchtlinge einer betreuten Jugendwohn- gruppe aus Buxtehude in der Großunterkunft der Turnhalle Fröbel-Schule unterzubringen. Dadurch sollen Ressourcen eingespart werden.

Die jungen Syrer sind in Buxtehude mittlerweile gut angekommen und fühlen sich dort sehr wohl und angenommen. Auch schulisch machen sie große Fortschritte und sind auf dem besten Weg einer gelungenen Integration. Sie haben nicht nur Freundschaften unter Schülern, sondern auch Kontakte zu deren Familien knüpfen können. Diese Kontakte sind insofern besonders wertvoll und wichtig für diese Schüler, da es die Einzigen (!) sind, die sie hier haben. Solche Kontakte zu haben, ist gerade für Menschen mit arabischen Wurzeln existenziell. Für sie wäre dieser Umzug ein erneuter „Heimat- und Familienverlust“ und würde die traumatischen Verlusterfahrungen wieder aufleben lassen. Die Schüler sind angesichts der drohenden Perspektive verzweifelt.
In Buxtehude wurden bereits über 1000 Unterschriften für den Verbleib der Gruppe in der Hansestadt gesammelt.

Gespräche der Bürgerinitiative Menschenwürde mit der Bürgermeisterin der Hansestadt Buxtehude wurden bereits geführt. Mit der betreuenden Schule will die Bürgermeisterin am Montag (30.05.) sprechen. Zugesagt ist, dass das Thema im Verwaltungsausschuss am 31.05. in Buxtehude diskutiert wird. Mindestens bis dahin soll keine Umsiedlung erfolgen.

Die Zuständigkeit für die Entscheidung (Hansestadt Buxtehude oder Kreisver-waltung) ist mir nicht klar. Es sollte bitte der Sachstand kurz dargestellt werden.

„Pädagogische“ Gründe sind die für Umsiedlung nicht nachvollziehbar. Insbesondere die Schule als Träger der schulischen Betreuung der Jugendlichen ist sehr betroffen darüber, nicht als fachliche Beratung hinzugezogen worden zu sein.

Ziel der Betreuung entsprechend dem Kinder-und Jugendhilfegesetz ist es, die Jugendlichen in genau solche Wohnformen wie die derzeitige zu bringen, in der sie zunehmend selbständig leben (einkaufen, kochen saubermachen, sich gegenseitig helfen usw.). Die Großunterkunft wäre ein Rückschritt und widerspricht genau diesem Geist, zumal die Erfahrungen der Jugendlichen aus den bisherigen Groß-unterkünften alles andere als vertrauensbildend waren. Im Gegenteil. Wie soll eine Anreihung nach oben offener Kabinen besser sein, als eine überschaubare Anzahl geschlossener Wohnräume, wo doch nach den Fluchterlebnissen die Möglichkeit des Rückzuges mehr als angesagt ist? Auch ist es im Sinne gerade traumatisierter Jugendlicher nicht nachvollziehbar, eine gut integrierte Gruppe (Schule und Freundeskreis) wieder zu verpflanzen.

Es verwundert, dass die Verwaltung anführt, die schulische Betreuung in Stade sei besser als die in Buxtehude. Natürlich ist zu begrüßen, wenn die Jugendlichen in den Sommerferien Sprachunterricht in Stade erhalten könnten. Ein Umzug ist aus diesem Grund allerdings nicht erforderlich
Es besteht die Sorge, dass die Integration der Jugendlichen den ökomischen Interessen des privaten Trägers untergeordnet werden (effizienterer Einsatz des Personals??).

Deshalb bitte ich, oben stehenden Antrag zu unterstützen.

Weitere im Zusammenhang aufgeworfene Fragen

  • wie und nach welchen Kriterien werden Dienstleister zur Betreuung ausgewählt?
  • welche Qualifikation bestehen?
  • wie viele BetreuerInnen verfügen über Erfahrungen und/oder eine Ausbildung im Umgang mit Traumatisierung?
  • und wie und durch wen wird die Umsetzung der Aufgaben kontrolliert?
  • wie sind die Verträge mit B &S abgefasst (Kostensätze, Revisionsmöglichkeiten bei rückgängigen Klientenzahlen?
  • welche Pläne gibt es zur Verlegung der in der Turnhalle in nach oben offenen Kabinen untergebrachten Jugendlichen in Wohnformen, die der Verselbständigung der Jugendlichen dienen (wann, wie)?

sollten in den nächsten Sitzungen des zuständigen Ausschusses beantwortet werden.

Mit freundlichen Grüßen

Verena Wein-Wilke

Kategorie

2016 Soziales

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