
07.05.25 –
Wie kann Ganztagsbetreuung in Niedersachsen gelingen? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines spontanen, aber hochrelevanten Gesprächs, das am 6. Mai im Hotel Stadthafen Stade stattfand. Zu Gast: Kultusministerin Julia Willie Hamburg. Eingeladen: Vertreter:innen aus Politik, Schule, Verwaltung – und viele, die den Alltag in Schulen hautnah erleben.
Große Herausforderung, großer Anspruch
Ab dem Schuljahr 2026/27 soll jedes Grundschulkind in Niedersachsen Anspruch auf Ganztagsbetreuung haben – an fünf Tagen pro Woche, mindestens acht Stunden täglich. Ein Meilenstein für die Bildungsgerechtigkeit – aber auch ein Mammutprojekt.
Julia Willie Hamburg machte deutlich: „Wir starten nicht mit dem Goldstandard. Der Anspruch ist da – aber die Realität fordert uns.“ Gründe dafür gibt es viele: Lehrkräftemangel, fehlende Räume, zu wenig Schulsozialarbeit. Das Land unterstützt dennoch – mit Fördermitteln für Investitionen und mehr Studienplätzen, z. B. für Deutsch als Zweitsprache.
Wie sieht es in der Praxis aus?
Die Schulleiterinnen Sabine Wolff-Stamer (Grundschule am Fleth, Bützfleth) und Angela Merbeth (Pestalozzi-Grundschule Stade) gaben ehrliche Einblicke in ihren Schulalltag. Ihre Schulen arbeiten längst unter besonderen sozialen Bedingungen: hohe Sprachvielfalt, viele Kinder mit Unterstützungsbedarf, begrenzte Ressourcen.
Wolff-Stamer betonte: „Ganztag funktioniert nur, wenn Kinder auch Ruhephasen und Bewegungsmöglichkeiten haben – aktuell fehlt dafür das Personal.“ In Bützfleth setzt man deshalb auf Selbstwirksamkeit: Nachmittagsangebote wie gemeinsames Kochen in der Schulküche stärken die Kinder spürbar.
Angela Merbeth wünscht sich für die Zukunft verlässlichere Strukturen. Ihre Schule arbeitet schon lange mit einem freiwilligen Teil-Ganztagsangebot – weiß aber auch: Ohne stabile Gruppen und ausreichend Fachkräfte bleibt das System fragil. Auch Sportvereine und Musikschulen kämpfen mit der Besetzung ihrer Nachmittagsangebote.
Perspektive Landkreis: Netzwerke, Karten, Kooperation
Anke Heidorn vom Bildungsbüro des Landkreises Stade ergänzte das Gespräch mit einem Blick auf die strategische Ebene. Ziel: vorhandene Angebote sichtbar machen, Bedarfe erfassen, Kooperationen stärken – und langfristig eine Bildungslandkarte für Ganztag im Landkreis etablieren.
Auch das Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) wurde angesprochen – als zentrale Querschnittsaufgabe für die Zukunft, nicht nur als Unterrichtsmodul.
Schule neu denken – als Lebensort für Kinder
Zum Abschluss wurde es grundsätzlich. Julia Willie Hamburg warb für ein neues Verständnis von Schule: als verlässlicher Ort, offen für verschiedene Professionen, nah an der Lebenswelt der Kinder. Als Ort, der mehr leistet als Betreuung.
Denn Ganztagsschule bedeutet nicht nur mehr Stunden – sie bedeutet mehr Chancen:
für gleiche Bildungsteilhabe
für kindgerechte Entwicklung
für Entlastung von Familien
für echten sozialen Zusammenhalt
Dass sich die Ministerin Zeit für dieses Gespräch genommen hat, war ein starkes Zeichen – für Transparenz, für Zuhören, für gemeinsames Gestalten.
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