
02.04.26 –
Wenn in Niedersachsen der Ausbau der erneuerbaren Energien gebremst wird, betrifft das nicht nur den Klimaschutz. Es betrifft auch unsere Region: Unternehmen, Investitionen, kommunale Einnahmen und die Frage, ob Wertschöpfung hier vor Ort bleibt oder anderswo entsteht.
Darüber sprach Sven Giegold jetzt in Buxtehude. Rund 60 Gäste kamen ins Kulturforum am Hafen, um mit dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen über die Zukunft der Energiewende zu diskutieren. Seine zentrale Botschaft: Wer die Erneuerbaren jetzt ausbremst, schadet Niedersachsen – und damit auch Regionen wie dem Landkreis Stade.
Im Mittelpunkt des Abends stand Giegolds Leitidee einer „Energiewende 2.0 – Nutzen statt Abwürgen“. Dahinter steckt ein klarer Anspruch: Die Energiewende muss so weiterentwickelt werden, dass sie den Menschen und Regionen vor Ort konkret nützt – mit mehr erneuerbarer Energie, modernen Netzen und Speichern, stärkerer Beteiligung und guten Bedingungen für Unternehmen und Industrie.
Giegold machte deutlich, dass die Energiewende noch längst nicht abgeschlossen ist. Zwar kommt im Strombereich inzwischen ein großer Teil aus erneuerbaren Quellen, insgesamt ist Deutschland aber noch lange nicht am Ziel. Gerade darin liegt für Niedersachsen eine große Chance: weniger Abhängigkeit von fossilen Energien, mehr Wertschöpfung vor Ort und bessere Bedingungen für neue Investitionen und gute Arbeitsplätze.
Besonders kritisch sieht Giegold den aktuellen Kurs im Bundeswirtschaftsministerium. Seine Warnung: Der künftige Strombedarf werde zu klein gerechnet, obwohl Deutschland für Industrie, Digitalisierung und neue Anwendungen deutlich mehr günstigen sauberen Strom brauchen wird. Das heißt aus seiner Sicht: Wer heute beim Ausbau bremst, plant an der Zukunft vorbei.
Für Niedersachsen kann das sehr konkrete Folgen haben. Giegold sagte in Buxtehude, der vorgeschlagene Redispatch-Vorbehalt würde in Niedersachsen dazu führen, dass rund 1.000 bereits genehmigte Windanlagen nicht gebaut werden. Das hätte direkte Auswirkungen auf die regionale Wertschöpfung und auf weitere Einnahmen der Kommunen.
Auch für den Landkreis Stade ist das hoch relevant. Günstige und saubere Energie ist nicht nur gut fürs Klima. Sie ist auch ein Standortvorteil – für Betriebe, für neue Investitionen und für gute Arbeitsplätze. Wenn Regionen wie unsere viel erneuerbare Energie erzeugen, dann sollte davon auch vor Ort mehr profitieren – nicht nur über Strom, sondern auch über neue wirtschaftliche Chancen.
Zugleich machte Giegold deutlich, dass neue große Stromverbraucher künftig stärker dort angesiedelt werden sollten, wo erneuerbare Energie im Überfluss vorhanden ist. Er nannte dabei ausdrücklich auch Rechenzentren als Beispiel. Für Niedersachsen liegt darin eine echte Chance: Wenn wir beim Ausbau vorne sind, können wir auch wirtschaftlich stärker profitieren.
Ein weiterer wichtiger Punkt des Abends: Die Energiewende wird nur dann dauerhaft erfolgreich sein, wenn Menschen, Kommunen und regionale Betriebe stärker beteiligt werden. Giegold betonte, dass mehr Geld direkt vor Ort bleiben muss, wenn Wind- und Solarenergie ausgebaut werden. Denn die entscheidende Frage ist nicht nur, wo Strom produziert wird – sondern auch, wo die Vorteile daraus ankommen.
Fünf Punkte, die Sven Giegold besonders wichtig sind
Mehr Erneuerbare statt Bremskurs
Wind- und Solarenergie sollen weiter ausgebaut werden, statt den Zubau zu deckeln. Seine Leitlinie ist klar: mehr Erneuerbare, weniger Gas.
Netze fit für die Energiewende machen
Damit mehr Strom aus Wind und Sonne wirklich genutzt werden kann, braucht es modernere Verteilnetze, mehr Smart Meter und weniger Bürokratie. Giegold beschreibt die Netze als eines der zentralen Nadelöhre der Energiewende.
Speicher und Flexibilität besser nutzen
Batterien, flexible Tarife und eine klügere Nutzung von Stromspitzen sollen die Energiewende günstiger und effizienter machen. Auch die netzdienliche Nutzung von Speichern spielte in Buxtehude eine wichtige Rolle.
Mehr Nutzen vor Ort sichern
Kommunen, Bürgerinnen und Bürger sowie regionale Betriebe sollen stärker an der Wertschöpfung beteiligt werden. Dazu gehören für Giegold Bürgerenergie, Energy Sharing und klare Beteiligungsregeln.
Günstige saubere Energie für Unternehmen und Industrie
Ausreichend günstiger grüner Strom ist aus seiner Sicht die Grundlage für Investitionen, Innovationen und neue Ansiedlungen. Genau deshalb ist die Energiewende für ihn auch eine wirtschaftspolitische Frage.
Amalien Meyer, Vorstand von Bündnis 90/Die Grünen Buxtehude, sagt:
„Für unseren Landkreis geht es dabei nicht um abstrakte Klimapolitik, sondern um günstige Energie, neue Investitionen und die Frage, ob Wertschöpfung hier vor Ort entsteht oder anderswo.“
Weiterführende Links
Den vollständigen Plan „Energiewende 2.0 – Nutzen statt Abwürgen“ findest du hier: www.sven-giegold.de
Die Petition gegen den Bremskurs bei den Erneuerbaren findest du hier: dabeisein.gruene.de
Den Wirtschaftsappell für einen verlässlichen Ausbau der Erneuerbaren findest du hier: www.actionnetwork.org
Unser Fazit
Die Energiewende ist für Niedersachsen und den Landkreis Stade nicht nur eine Klimafrage. Sie ist auch eine Frage von Lebensqualität, wirtschaftlicher Stärke und regionaler Zukunft. Wer den Ausbau der Erneuerbaren bremst, bremst deshalb auch Chancen für unsere Region.
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