
29.04.26 –
Die aktuellen Forderungen für den beschleunigten Bau der Autobahn A20 mit Elbtunnel zwischen Glückstadt und Drochtersen zeichnet ein Bild von einer angeblich dringend benötigten und kurzfristig realisierbaren Verkehrslösung. Der Kreisverband Stade von Bündnis 90/Die Grünen widerspricht dieser Darstellung entschieden.
Planungsstand:
Der aktuelle Planungsstand (April 2026) wirft nach wie vor Fragen, der zeitnahen Umsetzung auf: Von insgesamt 18 Bauabschnitten verfügen lediglich zwei über bestandskräftiges Baurecht. Wichtige Abschnitte – darunter zentrale Teile in Niedersachsen und Schleswig-Holstein – sind beklagt oder befinden sich noch nicht einmal im Planfeststellungsverfahren. Selbst optimistische Szenarien gehen davon aus, dass die A20 frühestens in den 2040er- oder 2050er-Jahren durchgängig befahrbar wäre – zu spät, für die Menschen vor Ort.
„Die A20 ist kein Projekt kurz vor der Umsetzung, sondern ein infrastrukturelles Flickwerk mit völlig ungewissem Ausgang“, erklärt Joachim Fuchs, Co-Sprecher des Kreisverbandes. „Wer hier von schneller Entlastung spricht, ignoriert die Realität. Die Menschen in unserer Region brauchen keine Versprechen für das Jahr 2050, sondern Lösungen für heute.“
Wirtschaftliche Versprechen halten der Prüfung nicht stand
Der Ausbau der A20 stelle wirtschaftliche Impulse und neue Arbeitsplätze in Aussicht. Doch Erfahrungen aus Jahrzehnten Autobahnbau sowie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Diese Effekte bleiben häufig aus oder sind deutlich geringer als versprochen.
Zudem bleibt die Wirtschaftlichkeit der A20 äußerst fragwürdig. Aktuelle wissenschaftliche Berechnungen zeigen, dass das Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) unter realistischen Annahmen (Einbezug der steigenden Baukosten und klimabedingten Faktoren) unter 1 bleibt und somit die Wirtschaftlichkeit deutlich in Frage gestellt werden kann. Die jüngsten Zahlen des CDU geführten Bundesverkehrsministeriums, die ein höheres Verhältnis angeben, sind dabei bisher nicht transparent in den Berechnungsmethoden belegt.
„Milliarden in ein Projekt zu investieren, dessen Nutzen nicht gesichert ist, können wir uns weder finanziell noch ökologisch leisten“, so Fuchs weiter.
Klimabelastung statt Klimaschutz
Ein weiteres Argument eines Ausbaus ist die angebliche CO₂-Einsparung durch bessere Verkehrsflüsse. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Die A20 führt zu zusätzlichem Verkehr („induziertem Verkehr“) und verursacht durch den Bau – insbesondere durch die Zerstörung von Moorböden – erhebliche zusätzliche Emissionen, weil die so wichtigen CO2-Senken damit dauerhaft unbrauchbar werden.
Das Projekt gilt laut Bundesverkehrsministerium als eines der klimaschädlichsten Verkehrsprojekte Deutschlands. „Wer heute noch neue Autobahnen baut, verschärft die Klimakrise sehenden Auges“, betont Fuchs. „Das ist klimapolitischer Wahnsinn und tritt die Freiheiten der zukünftigen Generationen mit Füßen.“
Die bessere Lösung ist längst verfügbar: FRS-Elbfähre modernisieren
Während die A20 auf Jahrzehnte hinaus unsicher bleibt, liegt eine wirksame Alternative bereits auf dem Tisch: die Modernisierung der FRS-Elbfähre zwischen Glückstadt und Wischhafen.
Die geplanten Investitionen ermöglichen:
Fazit
Die A20 ist ein Projekt mit enormen Kosten, erheblichen Umweltschäden und ungewisser Zukunft. Die in der Petition dargestellten Vorteile halten einer sachlichen Prüfung nicht stand.
Der Kreisverband Stade von Bündnis 90/Die Grünen fordert daher:
Moderne Mobilität entsteht nicht durch mehr Asphalt, sondern durch intelligente, schnelle und klimafreundliche Lösungen.
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