Grüne Position: 10 kluge Schritte für gute Flüchtlinghilfe

20.12.15

KeinKrieg und Vertreibung, Flucht und Asyl, Herausforderungen und Chancen der Integration sind Stichworte der aktuellen Diskussionen in Deutschland und auch im Landkreis Stade. Viele Flüchtlinge sind im Landkreis Stade untergebracht und auch weiterhin unterzubringen. Der Ortsverband der Grünen aus Buxtehude-Apensen hat sich Gedanken gemacht und ein Positionspapier zusammengestellt. Unter der Überschrift „10 kluge  Schritte für gute Flüchtlingshilfe“ fordern sie:

e halben Sachen beim Spracherwerb
1. Wir streben an, dass sämtliche Flüchtlinge vom ersten Tag an nach Möglichkeit möglichst täglichen Deutschunterricht bis hin zum B1-Niveau erhalten sollten. Weil unsere VHS personell und auch räumlich schnell an ihre Grenzen kommen wird, sind unkonventionelle Lösungen wie z.B. die Aufstellung eines Raumkatasters mit zur Verfügung stehenden Sportlerheimen, Gemeinderäumen etc. eine kluge Idee. Das Lehrmaterial der mittlerweile 50 ehrenamtlich unterrichtenden freien Helfer und das Lernmaterialmaterial sollte die Stadt umsonst zur Verfügung stellen. Dafür sollte die Stadt entsprechende Finanzmittel bereitstellen.

Psychische Probleme als Integrationshemmnisse ernst nehmen
2. Wir erwarten die Schaffung geeigneter Strukturen für Flüchtlinge mit psychischen Problemen - wie z.B. Traumatisierungen. Eventuell kann hier der BRÜCKE eine zentrale Bedeutung zukommen. Die fachlich versierte psychologische Betreuung ist ggf. ein unabdingbarer Meilenstein auf dem Weg zu einer gelungenen Integration.

Integration beginnt mit Begegnung
3. Ein Treffpunkt in einer zentralen Räumlichkeit wie dem Freizeithaus oder der hohen Luft fördert die Kommunikation und damit die Sprache. Dadurch kommen die Menschen "unter Leute" und sind nicht alleine auf ihrem Weg in die neue Kultur. An Wochenenden ist ein „Come together“ im Stieglitzhaus oder im FaBiZ denkbar. Aber auch die Dorfgemeinschaftshäuser können als Ort der Begegnung dienen. Samstage mit Tee, Kaffee und Kuchen wären auch hier denkbar und für alle Neubewohner der Ortschaften gut zu erreichen. Vorhandene Strukturen der Selbsthilfe und neue Initiativen von freien Helfern sind frühzeitig einzubinden und zu unterstützen.

Wir verleihen Geflüchteten eine Stimme
4. Ein Buxtehuder Flüchtlingsrat ist bei mittlerweile 600 Flüchtlingen in unserer Stadt ein wichtiges Instrument zur Interessenvertretung aus erster Reihe. Geflüchtete können sich hier austauschen und eigene Projekte planen. Zeitlich begrenzt könnte jeweils ein Sprecher des Flüchtlingsrates ein Mitwirkungsrecht in geeigneten politischen Gremien erhalten, wie zum Beispiel im Jugendhilfeausschuss, dem Ausschuss für Schulen und Sport oder dem Ausschuss für Soziales, Wohnen und Senioren.

Abendkurse und möglichst schnelle Integration in den Arbeitsmarkt
5. Die Pflicht zur Teilnahme an Integrationskursen tagsüber kollidiert zum Teil mit den Bemühungen um eine schnellstmögliche Integration auch in den Arbeitsmarkt. Hier sind Lösungen zu schaffen wie Teilzeit-Integrationskurse am Abend. Aber auch andere themenbezogene Kursangebote für Frauen sollten möglich sein. Entsprechende Räumlichkeiten stehen in Buxtehude zur Verfügung. Ehrenamtliche Kräfte, die parallel in einem Vollzeitberuf eingespannt sind, können hier endlich auch unter Woche mithelfen. Auch die Organisation des Übergangs in den Arbeitsmarkt könnte mit städtischen und privaten Initiativen verbessert werden. Hier müssten zumindest das Jobcenter, die Berufsschulen, die Handwerkskammer und größere Betriebe eingebunden werden.

Bundesfreiwilligendienst: richtiges Angebot und Entlastung zugleich
6. Wir fordern eine schnelle Einrichtung von Bundesfreiwilligendienststellen für die Flüchtlingshilfe. Wir wollen dabei gezielt geeigneten Flüchtlingen die Gelegenheit geben, einen ersten Einstieg in das Arbeitsleben zu schaffen und eigene Erfahrungen als Multiplikatoren nachfolgenden Flüchtlingen zu vermitteln. Ein solcher Dienst kann helfen, den Einsatz der ehrenamtlichen Helfer effektiv zu koordinieren und so die Verwaltung zu entlasten.

Endlich bezahlbaren Wohnraum schaffen
7. Ein geeignetes Programm für bezahlbaren Wohnraum ist ein elementarer Baustein in unserem Buxtehude - nicht nur für Flüchtlinge, auch für Senioren und sozial schwächere Familien und sichert so den sozialen Frieden. Wir fordern bei Neubauten wie zum Beispiel im Neubaugebiet Gieselbertstraße mind. 30% sozialen Wohnungsbau. Förderprogramme von Bund und Land sind einzubeziehen. Örtliche Baugenossenschaften sind ein idealer Partner zur Umsetzung. Aber auch jeder andere regionale Partner ist uns bei diesem ambitionierten Ziel willkommen.

Freies Internet für alle zügig ausweiten
8. Der von uns angestrebte freie Internetzugang für alle Bedürftigen sollte beschleunigt vorangetrieben werden. Solange der Deutschunterricht von Anfang an noch nicht realisiert ist, sind die mittlerweile zahlreichen Deutschlernprogramme im Internet eine ganz zentrale Quelle für den Spracherwerb. Außerdem bedeutet der freie Kontakt zu den Familien und Freunden in der Heimat für die Flüchtlinge Entlastung und Kontinuität. Wenn der Kontakt zum früheren Umfeld nicht abreißt, kann das durchaus auch hilfreich für die spätere Rückkehr in befriedete Gebiete sein.

Die Website der Stadt – Ausdruck einer Haltung
9
. Die Stadt sollte zentrale Inhalte der Website mehrsprachig präsentieren. Willkommensflyer sollten in allen vorhandenen Sprachen auf der Seite der Stadt abzurufen sein. Wichtige Informationen sollten ebenfalls zumindest in Englisch verfügbar sein.

Flexibilität in Schule und Kinderbetreuung
10. Langfristige Anmeldungsfristen in Kindergärten und OGS und fehlende sozialpädagogische Betreuung in Schulen erweisen sich derzeit als hinderlich für eine sinnvolle Integration und sind belastend für Flüchtlingsfamilien. Wir unterstützen zusätzliche, kurzfristige und flexible Lösungen, um Plätze in Kindergärten und Schulen zur Verfügung zu stellen. Die Neuankömmlinge sollten so breit wie möglich über alle Kindergärten und Schulen in Buxtehude verteilt werden. Außerdem unterstützen wir die kurzfristige Verstärkung von Angeboten der sozialpädagogischen und ggf. therapeutischen Unterstützung für Kinder und Familien, am besten in guter Kooperation mit Kindergärten und Schulen. Angesichts der Vielzahl von minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlingen müssen kurzfristig Plätze der Jugendhilfe für die Unterbringung und sozialpädagogische Begleitung geschaffen werden. Mit Blick auf die große Zahl einzurichtenden Vormundschaften für minderjährige Flüchtlinge unterstützen wir private Initiativen zur Übernahme von ehrenamtlichen Vormundschaften sowie von Patenschaften für Familien mit Kindern und insbesondere für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Kategorie

2015 Soziales

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